Fremdländer im Klimawandel – Walnuss und Schwarznuss

Fotos: L. Steinacker

Omnia in nuce – alles steckt in der Nuss; schon die Römer kannten den Wert der Walnuss. Mit ihnen kam sie von Vorderasien, der Balkanhalbinsel und dem östlichen Mittelmeer übe die Alpen zu uns. Aber auch die Schwarznuss finden wir mittlerweile in unseren Wäldern. Mehr zu diesen beiden Baumarten erklärt uns Leonhard Steinacker vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der Technischen Universität München.

Jeder kennt sie aus unserem Landschaftsbild, ihre Früchte sind vor allem in der Winterzeit hoch geschätzt; doch sie stammt von weit her: Juglans regia – die Walnuss. Schon die Römer haben vor allem ihren Fruchtertrag hoch geschätzt, um 800 nach Christus hat Karl der Große die Walnuss zur konsequenten Anpflanzung in Mitteleuropa empfohlen. Die Schwarznuss dagegen war ursprünglich in Nordamerika beheimatet; sie besiedelt dort den gesamten Osten der USA. Juglans nigra kam 1686 zu uns und war zunächst in Parks und Schlössern zu finden. Anfang 1900 verbreitete sie sich auch in den Auwäldern.
Zu erkennen sind beide Baumarten an ihren großen gefiederten Laubblättern. Bei der Walnuss sind es fünf bis neun glatte und ganzrandige Fiederblätter; das Endblatt ist am größten. Bei der Schwarznuss sind es elf bis 23 leicht gesägte und unten flaumig behaarte Fiederblätter; hier ist das Endblatt am kleinsten, manchmal fehlt es sogar. Ihre Blätter sind eher mit denen der Esche zu vergleichen, als mit denen der Walnuss. Große Unterschiede gibt es bei der Rinde der beiden Baumarten: Die Walnuss hat eine sehr glatte, graue Rinde, die erst im Alter aufreißt. Die Schwarznuss dagegen besitzt schon in der Jugend eine sehr dunkle und rissige Borke, die im Alter richtig tiefrissig wird.
Beide Nussbaumarten tragen ihre Früchte zunächst in einer gelbrünen Außenschale. Bei der Walnuss platzt diese im Herbst auf und gibt die Nüsse frei. Bei der Schwarznuss bleibt die Außenschale um die Nuss herum, sie fällt komplett vom Baum. In diesen Golf- bis Tennisball-großen Gebilden befindet sich die sehr raue, knochenharte Nuss. Die Schwarznüsse sind nicht nur sehr schwer zu knacken, man bekommt davon auch garantiert schwarze Finger und Fingernägel.
Die Schwarznuss ist deutlich anspruchsvoller als die Walnuss: Sie braucht tiefgründige, lockere, gut wasserversorgte und nährstoffreiche Böden ohne Staunässe. Sowohl Wal- als auch Schwarznuss bevorzugen wärmeres, am liebsten Weinbauklima. Sie sind empfindlich gegenüber Früh- und Spätfrösten – hier vor allem die Walnuss. Dagegen ist die Schwarznuss mit den großen Blättern und ihren langen Endtrieben auf windexponierten Standorten anfälliger gegenüber Astabbrüchen. Beide Baumarten profitieren von der Klimaerwärmung. Längere Hitze- und Trockenperioden verträgt die Schwarznuss jedoch weniger; es sei denn, der Boden ist ausreichend grundwasserversorgt. Walnuss und Schwarznuss sind relativ unempfindlich gegen Schädlingsbefall. Allerdings können Blattfleckenkrankheit und Bakterienbrand die Blätter befallen. Im Wald ist die Walnuss durch den Hallimasch gefährdet.
Die Schwarznuss kann durchaus eine waldbauliche Alternative zu Ulmen und Eschen sein. Sowohl ihr Holz wie auch das der Walnuss ist äußerst hochwertig und wird weltweit geschätzt. Gute Festmeterpreise resultieren aus der sehr begrenzten Verfügbarkeit und der zugleich hohen Nachfrage. Beide Nussbäume sind schnellwüchsig, so dass man bereits nach 40 bis 50 Jahren erste Vorerträge erhält. Das standortsgerechte Beimischen der Schwarznuss lohnt sich auch, weil sie nicht verbissen wird. Zudem gibt es inzwischen heimisches, bewährtes Saatgut, so dass die Schwarznuss nicht länger aus Amerika importiert werden muss.

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