Baumwipfelpfade

640 Meter Steg winden sich am Baumwipfelpfad Steigerwald empor auf den 42 Meter hohen Turm.

Hoch hinaus und zwischen den Baumkronen spazieren – das geht nicht? Doch! Sogar ganz ohne Klettergurt und Sicherungsleine: Und zwar auf den sogenannten Baumwipfelpfaden. Einer davon befindet sich im Steigerwald. Dessen Leiterin Miriam Langenbucher erklärt uns, was genau das ist und was es dort zu sehen gibt.  

Smartphone, TV und Computerspiele fesseln heute Groß und Klein. Da braucht es oft besondere Wege, den Menschen unsere Natur näher zu bringen. Ein solcher Weg sind die Baumwipfelpfade. Dass es wirkt, zeigen die hohen Besucherzahlen. Auf einem solchen Erlebnis- und Lehrpfad kann man bis zu den Baumwipfel und weiter auf einen Aussichtsturm steigen. Einer davon ergänzt im Steigerwald bei Ebrach das Angebot des Steigerwald-Zentrums.
Hier liegen auf Rundholzstützen Tragekonstruktionen – Holzbohlen. Vorstellen kann man sich das wie einen Holzsteg, der seitlich mit Geländer und Netzen gesichert ist. Da der Pfad sich nach oben schraubt, wirkt er abenteuerlich und spektakulär. Der kelchförmige Aussichtsturm besteht aus Leimholzbindern. Das ist es auch, was den Baumwipfelpfad im Steigerwald ausmacht: Er ist zum größten Teil aus Holz gebaut, lediglich ein paar versteifende Elemente sind aus Metall. Insgesamt wurden hier 1.400 Kubikmeter Holz verbaut: hauptsächlich Lärchen und Douglasien aus dem Bayerischen Wald und Österreich. Der Pfad ist mit seiner Steigung von maximal sechs Prozent rollstuhl- und Kinderwagengerecht.
Aufgrund der geringen Steigung, dauert es auch etwas, die Spitze zu erreichen: Mit seinen insgesamt 1.150 Laufmetern – gut 500 Meter davon sind reiner Pfad, 640 Meter winden sich dann empor auf den 42 Meter hohen Turm – ist er zwar knapp ein Drittel kürzer als der mit 1.635 Metern weltweit längste Baumwipfelpfad im Naturerlebnispark Panarbora in Nordrheinwestfalen, dafür ist letzterer aber lediglich 40 Meter hoch.
Geöffnet ist der Pfad im Steigerwald ganzjährig – außer in der Weihnachtszeit – an sieben Tagen die Woche in den Wintermonaten lichtbedingt etwas kürzer als in den Sommermonaten. Zudem werden verschiedene Veranstaltungen angeboten, möglich sind beispielsweise der Pfad bei Sonnenaufgang oder -untergang sowie kleinere Konzerte. Bei Gewitter- oder Sturmlage kann der Pfad aus Sicherheitsgründen kurzfristig geschlossen sein. Daher sollten sich Besucher vorab über die aktuelle Wetterlage informieren.
Entlang des Pfades befinden sich verschiedene Elemente, die die nachhaltige Forstwirtschaft thematisieren und den Besuchern näherbringen. Damit ergänzt der Baumwipfelpfad das nahegelegene Steigerwald-Zentrum und wertet die Region touristisch auf. Ziel des Pfades ist es, Anreize zu schaffen, in den Wald zu kommen, diesen aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen und die Bäume völlig neu zu erleben. Gleichzeitig erfahren die Besucher mehr über die heimische naturnahe Holznutzung. Ähnliche Baumwipfelpfade gibt es in Sakt Englmar-Maibrunn im Bayerischen Wald, im Allgäu in Oberschwenden und im Walderlebniszentrum Ziegelwies bei Füssen, aber auch in anderen Bundesländern, in Österreich, den Niederlanden, Costa Rica oder Australien.

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